Lieferantenmanagement

Supplier Relationship Management (SRM)

2.3 Relevanz der Lieferantenzufriedenheit

Wenn man das Thema der Lieferantenzufriedenheit betrachtet, so stellt sich auch die Frage der Relevanz. Denn nicht für alle geschäftlichen Interaktionen zwischen Anbieter und Abnehmer erscheint eine Untersuchung überhaupt sinnvoll. Es ist also zunächst zu klassifizieren, unter welchen Bedingungen sich seitens des Beschaffungsunternehmens eine Untersuchung der Lieferantenzufriedenheit überhaupt lohnt.

Ein wichtiger Einflussfaktor ist dabei die Transaktionsebene. Handelt es sich bei einem Geschäft zwischen Nachfrager und Anbieter nur um eine Einzeltransaktion, so erübrigt sich eine weitere Zufriedenheitsuntersuchung, da die ökonomische Relevanz fehlt. Denn bei Abschluss der Einzeltransaktion ist die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen bereits beendet, und der Lieferant hat auch bei vorhandener Unzufriedenheit keine Möglichkeit, ökonomische Konsequenzen folgen zu lassen.[9]

Es ist also wichtig, dass zwischen Anbieter und Nachfrager eine längerfristige Geschäftsbeziehung vorliegt. Nur dann besteht seitens des Nachfrageunternehmens überhaupt Interesse an der Zufriedenheit des Lieferanten, da die in diese Beziehung getätigten spezifischen Investitionen potentiell gefährdet sind. Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen den spezifischen Investitionen und der Relevanz. Hat das abnehmende Unternehmen viel in eine Lieferantenbeziehung investiert, sei es durch die Weitergabe von Know-how oder durch eine enge Kooperation bei der Entwicklung eines individuellen Zulieferproduktes, so steigt das Interesse am Aufrechterhalten der Geschäftsbeziehung. Derartige Beziehungsinvestitionen werden in der Regel dann getätigt, wenn es sich um individuelle Leistungen handelt, die gleichzeitig auch von hohem ökonomischem Wert sind.[10]

Daher kann konstatiert werden, dass die Anbieterzufriedenheit insbesondere im industriellen Zuliefergeschäft einen hohen Stellenwert besitzt, da hier zwischen den einzelnen Transaktionen ein Kaufverbund besteht, also langfristige geschäftliche Beziehungen vorhanden sind, und auch individuelle Leistungen im Mittelpunkt der Austauschbeziehungen stehen.[11]

[9] Vgl.: Gawantka, Axel: Anbieterzufriedenheit in industriellen Geschäftsbeziehungen, Dissertation, Wiesbaden 2006, S. 21 ff.

[10] Vgl.: Gawantka, Axel, a. a. O., S. 25ff.

[11] Vgl.: Gawantka, Axel, a. a. O., S. 30.
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